Rosas

In die Bucht von Rosas (genauer nach St.Margarida) geht’s für mich bald schon seit 2 Jahrzehnten. Das Windsurfen habe ich mit 12 Jahren im Nachbarort Ampuriabrava erlernt. Ich war immer recht lange im Jahr dort (als Schüler 6 Wochen Sommer plus Ostern, nach dem Abi und nach Wehrdienst je 3 Monate und seit Studium und späterem Arbeitsbeginn meist nen knappen Monat), so dass ich die Wind-und Spotbedingungen zumindest von Juni-September sehr gut kennengelernt habe.

In vielen Spotinfos über „die Bucht von Roses“ (spanische Schreibweise, oder „Rosas“ deutsche) wird das Bild eines Leichtwindspots skizziert, der nur gute Anfängerbedingungen und Surfen zwischen 3-4 Bft. bietet- ein Spot, der im Prinzip nur bei dem heftigen Nordwind (dem „Tramuntana“) interessant sei.
Das halte ich ganz ausdrücklich für falsch, denn „ganz so schlimm“ ist`s dann auch nicht ;-) nur um mal ein paar Zahlen zu nennen: ich hatte die letzten 4 Jahre mit je über 100kg Gewicht ausnahmslos eine Windausbeute zwischen 80-95% um den July herum, allerdings war das immer nur max. zu 10-20% Nordwind .
„Trami“ allein macht also die Bucht nicht interessant, zumindest im Sommer. Das weiß auch jeder, der in der Surfer- u.Camperhochburg St.Pere de Pescador schon windsurfen war. Der normale Surftag in der Bucht von Rosas ist also vor allem geprägt von thermischen Winden und sieht am unteren Ende bei wenig Wind und sehr wenig Welle schon mal mindestens so aus:

Und das auch noch vorweg: ob Roses oder „St.Pere (de Pescador“, mit seinen Campingplätzen Las Dunas, La Ballena Alegre, Aquarius etc.)- beides sind sehr Thermik-beständige Spots die sich nicht massiv unterscheiden. Bei Ostwind z.B. hat St.Pere auch mal mehr Wind, bei reiner Thermik oder Südost gibt’s in Roses eher einen beschleunigenden Effekt durch die Berglage. Ich versuche aber mal in meinem Spotguide zu erläutern, wie man einfach „noch ein wenig mehr“ aus einem Surfurlaub in der Bucht herauskitzeln kann, Anfahrtszeiten von ca.30 min. vorausgesetzt.

Neben der oben bereits erwähnten Seltenheit des Tramis im Sommer, insbesondere von Juni-August, ist der Nordwind im Sommer außerdem auch deutlich schwächer. Wo zu Ostern die Rollläden wegen Sturm geschlossen werden, herrschen in der heißen Jahreszeit i.d.R. maximal 6 Bft (Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. im August 2006 mit 8 Tagen am Stück zwischen 6 und 9 Bft.) Wer sich also auf die Nutzung kleiner Segel und einen konstanten Nordwind verlassen will, der ist hier sicher falsch und sollte z.B. „ums Eck“ in Leucate Urlaub machen und das auch nicht unbedingt im Hochsommer (unten Lac de Leucate:)

Wer aber lieber täglich 1-2h verlässlichen Gleitspaß haben möchte und durchaus gerne zu einem 7qm Segel greift, der wird hier ganz sicher fündig. Es sind die regionalen Winde, wie Levante oder Garbi, die gepaart mit der lokalen Thermik eine wirklich konstante Windausbeute ergeben.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in den Monaten Juni-August die Winde in einem knapp wochenweisen Zyklus erscheinen. Die Reihenfolge ist unbestimmt, aber es sieht oft so aus: 1 knappe Woche normale Thermik bei wenig Welle, dann ne Woche mit Südwind und mehr Welle, dann ein paar Tage Trami und danach (leider gibt’s das auch) ein paar Tage Flaute oder zumindest nur sehr kurze Thermik mit 1h am Tag. Daher gilt natürlich: wer 2 Wochen bleibt, der kann mächtig Glück haben, aber auch Pech mit ausschließlich Flaute und Leichtwind. Wer 3-4 Wochen bleibt, nimmt i.d.R. alle 4 Phasen mit und hat schon mal mindestens 70% Windausbeute, auch mit kleinen Segel versehen. „Mindestens“ dann, wenn man an einem Spot bleibt. Man kann aber durch Kurztrips mit wenigen km noch mehr rausholen, dazu später mehr. Der beste Monat zum Surfen ist für mich übrigens der July- leider bekommen die Franzosen und Spanier aber meist Mitte/Ende July landesweit einheitlichen Urlaub und dann wird’s extrem voll, was mich zuletzt von Mitte Juni bis Mitte July dorthin fahren ließ. Im August und September besteht die Gefahr, dass sich recht häufig ab 13.00 von den Pyrenäen aus der Himmel für ein paar Stunden zu zieht- das ist dem Surfer ein Dorn im Auge, da die Thermik sich nicht richtig durchsetzt oder der bereits vorhandene Wind schnell nachlässt. Solche Tage gibt’s es auch im Juni und July, aber im August mehrt sich das in der Regel. Es fängt dann immer mit harmlos aussehenden Wolken über den Bergen an (siehe Bild unten) und zieht sich dann in kürzester Zeit zu.

Die normale Thermik greift etwa zwischen 14.30-17.30 Uhr. Ganz selten vorher, desöfteren aber auch später. Gerade dieses Jahr (July 2009) hatte ich in der ersten Woche wieder ein paar Tage mit Wind erst ab 16.30 bis ca.19.00. In seltenen Fällen kommt die Thermik auch noch um 17 oder 18.00 Uhr reicht dann aber nur 1.5h zum Gleiten. Der Wind kann recht plötzlich kommen- also nicht erschrecken, wenn man mal um 13.00 zum Strand fährt und auf dem Meer „satte“ 1-3 Windstärken herrschen. Um 12.00 Uhr beispielsweise ist das sogar fast der Normalfall. Das führt vormittags zu schönen Änfängerbedingungen (sowie leider hohen Temperaturen) und Familienurlaubstauglichkeit und ist zum anderen sicherlich mit ein Grund für die offiziellen Windstatistiken und Windvorhersagen dieser Region (z.B. bei windfinder.com oder windguru.com). Denn die lokale Thermik wird hier bei den Vorhersagen nicht berücksichtigt und bei den Windstatistiken für vergangene Monate wird natürlich der Wind gemittelt und nicht nur zwischen den für Surfer interessanten 13-19.00 gemessen. In der Praxis heißt das Folgendes: es ist so gut wie nie Wind angesagt. An einem Tag, wo laut windfinder (Messpunkt St.Pere de Pescador) 12-14 Knoten Südwind angesagt sind, weiß ich schon, dass die lokale Thermik den Wind so beschleunigen wird, dass ich getrost mein 7er Segel (und wie gesagt bei über 100kg) zu Hause lassen kann. Dann fahre ich häufig 6.2 (alle anderen 5.4 o.ä.) und ein 95 liter Board, maximal 5.4 mit diesem Board aber das ist eher selten. 12 Knotentage sehen aus hier ein „wenig anders aus“ als gewöhnt, siehe hier:

Bei einem normalen Thermiktag fürs 7er mit de facto 4-5 Windstärken (ich z.B setze die Untergrenze für einen Surftag auf 13 Knoten) sind also oft nur 4-8 Knoten aus Südost/Ost angesagt. Da würde man in Deutschland nie auf die Idee kommen, auch nur zum See zu fahren.
Die Windvorhersagen stimmen also nicht mit der Realität überein, man kann aber (mit diesem Wissen) dennoch wertvolle Infos für den nächsten Surftag herauslesen. So auch, welchen Spot man am besten wählt, aber dazu gleich mehr. Das einzige Manko am Thermikwind ist die Ungewissheit und Dauer des Zeitraumes- morgens zu sagen, wann der Wind kommt, das habe ich nun auch nach ca. 550 Tagen vor Ort zwischen 92`und 09` nicht herausfinden können...daher - ist der Spot nichts für Leute, die im Laufe des Tages mal auf gut Glück an den Strand trudeln, trotz wehenden Windes 1 h zum Aufwachen brauchen, eine weitere fürs Aufriggen und eine zum Trapeztampen einstellen. Denn selbst wenn der Wind sagen wir „pünktlich um 14.00“ einsetzt, reicht es an vielen Tagen selten über 2,5h zum Gleiten, an schlechten Tag auch mal nur ne gute Stunde. Für mich persönlich ist das für die Lowwindtage ok (Südwind und Trami blasen ja auch mal den ganzen Tag), da ich meist gegen 13.30 aufschlage und ohnehin bis 18.30 am Strand bleibe und schon provisorisch gegen 14.00 das Segel aufbaue…aber das ist sicher Geschmacksfrage und nichts für Leute die auf Pozo geboren wurden ;-)
Und die bessere Hälfte freut`s schließlich auch mal, wenn man sich mal an Land aufhält ;-) und man nicht wiedermal gesandstrahlt wird…:

So, wie treibt man also die normale Windausbeute von sagen wir 70% im Sommer in die Höhe? Voraussetzung dafür: Auto und Internetcafe ;-) Denn wer durch PKW oder Womo mobil ist, der sollte ab und zu -je nach Vorhersage- am nächsten Morgen (alles im Umkreis von 10km Entfernung Luftlinie) einen anderen Spot aussuchen. Denn ob auflandig, ablandig, mehr Welle oder weniger Welle, dass kann man sich bei bestimmten Windverhältnissen aussuchen. Das hat mit der Lage und Krümmung der Bucht zu tun:

Von links vorne nach rechts hinten erkennt man hier die Orte Roses, St. Margarida, Anmpuriabrava, St.Pere de Pescador (Austragungsort Worldcup im Juni) und L`escala. Die Blickrichtung aus Sicht des Betrachters ist etwa nach Südwesten - Barcelona liegt also, vom Betrachter aus gesehen, etwa 140 km Entfernung in Blickrichtung. Dreht man sich nach "links" um (Ausgangslage ist der Gipfel des Aussichtspunktes St. Pere de Rhodes) und blickt in nordöstliche Richtung, so sieht man folgendes Bild, auf dessen rechter Seite Port de la Selva zu erkennen ist.

Noch weiter nach "links" (=nach Norden) befindet sich vom Betrachter aus gesehen die spanisch-französische Grenze in einer Entfernung von etwa 40 km.
Dieser kleine Ausflug in die geographischen Gegebenheiten erklärt eigentlich auch schon die Vielfältigkeit der Bucht von Roses. Bei den typischen, alltäglichen Winden (v.a.bei der Thermik) eignen sich in der Bucht von Rosas alle genannten Spots. Je nach Spot kommt der Wind dann halt auflandig oder schräg auflandig- übrigens nicht sideshore, denn der Blickwinkel auf dem Foto täuscht ein wenig, die Bucht ist nicht ganz so stark gekrümmt wie es scheint, siehe Landkarte z.B. google earth.

Eine Ausnahme bildet das ursprünglich kleine Fischerörtchen „El Port de la Selva“.

An einem normalen Thermiktag in der Bucht weht hier kaum ein Lüftchen und man muss eher zusehen, dass man keinen Hitzeschlag erleidet. Die Stärke dieses Spots kommt ganz klar bei Tramuntana zum Vorschein, heißt ganz konkret: bei allen Winden aus nördlichen Richtungen. Dann –und jetzt kommen wir zum Thema „pimp my windstatistic“- findet man nämlich ein Bild vor, was mich auch dieses Jahr schon wieder ärgern ließ.
In der Bucht von Roses (wir reden hier von einer Entfernung von gerade mal 9km Luftlinie und 26km Straßenentfernung zwischen Roses und Selva) weht dann bei schwächerem Nordwind kein Lüftchen, es herrschen oft nur 1-3 Bft, teilweise wirkt die Thermik auch entgegen Der gemeine Surfer bezeichnet das auch „totale scheiß Flaute“. Original 9km Luftlinie weiter in Selva ballerts dann (die Berge oder besser Hügel liegen halt dazwischen) mit guten 20 Knoten aufwärts für kleine Segel und es läuft sogar noch eine stattliche Dünungswelle rein. Wie gesagt, dieses Jahr hatte ich mich ärgerlicherweise wieder an 2 Tagen täuschen lassen: je einen Tag zuvor war auf windfinder Nordwind angesagt, doch nur um die 9 Knoten. Eigentlich hätte ich aus den letzten Jahren wissen müssen, das es dann auch schon ballern kann, aber in der Bucht Rosas herrschten wirklich nicht mal 2 Windstärken. Kein Lüftchen. Daher hab ich mir auch nicht die Mühe gemacht extra nach Selva zu fahren da ich es wirklich für ausgeschlossen hielt…3 Tage später immer noch anhaltendes Szenario. An dem Tag fuhren wir dann rüber und nach ca.15min Fahrzeit, am Scheitel des Berges wo man Selva erstmals erblicken kann sah ich schon wieder Schaumkronen…ne Stunde später hab ich mir dann von einer handvoll deutscher Surfer lang und breit anhören müssen, wie gut doch (zumindest bei den Mittelgewichten) das 5.0er die letzten 2 Tage zu fahren war ;-( hier ein Bild während 9km weiter sich kein Blatt regte:

Das heißt im Umkehrschluss natürlich auch: wenn man sich nicht die Mühe macht und dort rüber fährt, verpasst man nicht nur ein paar wenige Gleittage, sondern auch eine der längsten und besten Tage, denn die Bedingungen in Selva sind zwar an manchen Tag recht böig, dafür aber auch sehr vielseitig. Die angesprochene Dünungswelle (bei 6Bft. schnell mal 2-2,5m) rollt weit draußen sehr langsam und bringt somit den Fortgeschrittenen Fun, verdirbt aber selbst Aufsteigern nicht den Spaß und ist ungefährlich. An manchen Tagen, wie auf dem nachfolgenden Bild kann die Dünungswelle aber wirklich gewaltig werden, man beachte meinen Kumpel Peter links im Bild als Maßstab:

Wenn man weit abfällt Richtung eines Sandstrandes, dann kann sie dort auch brechen sehen (der Untergrund ist aber sehr felsig daher ists nicht ganz ohne, und nur für erfahrene Surfer zu empfehlen die nach einem Abflug schnell wieder auf dem Brett sind). Die Größe aber ist dann deutlich reduziert, bei genanntem Szenario bricht dann vielleicht noch eine gut 1m hohe Welle, also recht harmlos aber schön zum Springen oder „Abwedeln“ ;-)

Ab 8 Bft. siehts dann sicher wieder anders aus, ich hatte hier aber maximal 7. Wie böig es in Selva ist und welche Wellengröße hängt wohl nicht nur von der Windstärke ab: ich hatte dieses Jahr 09 einen Tag mit sehr starkem Wind (ca.7 Bft) und es hatte sich für Stunden überhaupt keine brechende Welle gebildet, und nur 1-1.5m Dünungswelle. Ich hatte schon bei weniger Wind deutlich höhere Wellen. Das scheint dann von der genauen Windrichtung abzuhängen- Nordostwind ist sehr böig N/Nordwest konstanter, ich denke das gleiche gilt auch für die Wellenhöhe)

In Selva startet man am besten an der Hafenmole/auf dem Sandstrand im absoluten Flachwasser:

In Richtung Felsen (Bild siehe unten) wird die Dünungswelle dann stetig höher:

Aufgrund der Beschaffenheit des Spots kann es also durchaus vorkommen, dass „vorne“ an der Mole (siehe Bild) eine Anfängerschulung stattfindet während einige hundert Meter weiter draußen die Fortgeschritten in einer 2m Dünungswelle fahren. Skurril, aber Fakt.

Es gibt noch einen Seiteneinstieg am Ortsende, weiter in Richtung des offenen Meeres. Einen Kiesstrand, an dem aber Surfen eigentlich verboten ist. Ich fahr schon mal ab und zu dort, weil ich Frühaufsteher bin und dort die ein oder andere Morgensession einlege (dann winkt einen die Policia Local nicht aus dem Wasser) und weil der Wind hier etwas konstanter und kräftiger weht und die Kulisse einfach schön ist:

Dieser Ein-und Ausstieg ist aber dann nichts für Ungeübte und jene, bei denen der Wasserstart noch nicht 100pro sitzt (hier ein Bild von oben).

Soviel zu Port Selva, nun nochmal zu den Windbedingungen in den anderen genannten Orten der Bucht: bei den normalen Thermikwinden unterscheiden sich die Bedingungen wie oben schon beschrieben nicht gerade massiv. Ich habe aber insbesondere in den letzten Jahren alle genannten Spots ausprobiert und kann feststellen, dass die Thermik in Richtung der Berge bei Roses oft 1-2 Knoten stärker ist. So herrscht bei schwacher Thermik bspweise in Rosas oft etwas mehr Wind als in St.Pere de Pescador. Das klingt jetzt nicht viel aber gerade 1-2 Knoten mehr oder weniger machen an Leichtindtagen 1-1.5h mehr Gleitspaß aus und das ist dann durchaus ein Unterschied.

Bei starkem Tramuntana, wenn der Nordwind also auch wirklich in der Bucht ankommt, dann sieht die Lage so aus: Flachwasserheizer bevorzugen dann den Einstieg in Roses (sideshore, böig, weiter draußen Hack) oder am sog. "wilden Strand" (Playa Rubina) zwischen St.Margarida und Ampuriabrava:

Hier kommt der Wind dann schräg ablandig und durch durch fehlende Bebauung etwas konstanter. Optimal für GPS- und Speedsessions. Sind hier 2006 mit Waveboards knapp 60 km/h gefahren lt.garmin-speedmessung, was wegen der badewannenflachen Bedingungen relativ easy zu erreichen war.

Wer den Wind weniger böig, vielleicht aber auch stärker und die Bedingungen wellenreicher schätzt, der fährt dann nach St. Pere de Pescador oder dem kleinen Strandabschnitt Richtung L`Èscala („St,Martin de Empuries“). Beide Abschnitte bilden einen (äußerst langen) durchgehenden Strand.

Der Wind kommt hier sideshore bzw. schräg auflandig. Wirklich saubere Wellen sucht man hier meist vergeblich. Zum Springen aber ist es erste Sahne.

Der beste Wavespot bei starkem Trami soll Pals sein, noch weiter südlich (sozusagen eine Bucht weiter). Leider kann ich hier noch keinen Erfahrungsbericht präsentieren- nur eines schon mal feststellen: 08 und 09 wollte ich jeweils hier bei Trami surfen. Es waren jeweils Tage, wo ich als Schwergewicht in Selva 5.4 fahren konnte. Also bis nach Pals bzw. „Palsmar“ gefahren (ist nicht gerade n Katzensprung da die Strecke schrecklich verzwickt) und siehe da- tatsächlich Flaute. Also gehe ich nun davon aus, dass der Trami in der Bucht schon wirklich mit 8Bft aufwärts ballern muss bis hier Surfbedingungen entstehen. Zu Ostern oder im Spätherbst/Winter ist das ja auch häufiger der Fall, aber in den Genuss kommen wohl eher die Locals…Trotz schwachen Windes waren aber zugegebenermaßen schon recht große Wellen vor Ort mit einem satten Shorebreak.

Schaut man sich aber mal bei youtube Surfvideos von Pals an, muss man leider feststellen, dass die Wellen zwar hoch, aber auch nicht unbedingt super sauber laufen, außerdem scheints sehr böig zu sein.

Daher zum Thema Wellen noch einen Tip: wer gute onshore-Bedingungen mag, der sollte sich insbesondere bei gut angesagtem Süd/Südost/Ost-Winden zum Playa Rubina begeben. Das ist der oben schon erwähnte unbebaute Strandabschnitt in Mitten eines Naturschutzgebietes („Parc Aiguamolls“). Wobei das idyllischer klingt als es ist- mittlerweile wird’s auch hier voll, aber man kommt eben nur mit einem Auto hin- daher ist`s immer noch deutlich leerer als an den übrigens Stränden.
Hier laufen die Wellen sauberer und vor allem höher (1-gute2m) herein als bspw. In St.Pere de Pescador, außerdem brechen sie sehr steil und sind an manchen Tagen extrem lang, perfekt zum Springen. Die Wellen brechen teilweise auf einer Breite von mehr als 200m:

Daher kann man auch mehrfach „backside“ in die Wellen hineinfahren und hat zwischen den Wellen spiegelglattes Wasser. Es kann auch schon mal eine Art Swell entstehen: es gibt Tage, an denen morgens bei 0-1 Bft. schon 1-2m hohe Wellen reinlaufen, perfekt zum Bodyboarden wie hier im July 07:

Dann kam es die letzten Jahre immer wieder zu der Situation, dass man in der Mittagsthermik mit Leichtwindstuff in super sauberen 1,5m Wellen fahren kann, dazwischen wirklich spiegelglattes Wasser, das sind einfach superschöne Bedingungen:

An solchen Tagen bläst dann manchmal auch ein sideshore Wind von links, der allerdings auch schnell die Wellen „verbläst“…dann hat man sogar für 1-2 Std. Bedingungen zum „Abreiten kleiner Wellen“ :

Der Playa Rubina ist außerdem an windigen Tagen selbst mitten in der Hauptsaison sehr leer weil der Normalo-Touri keine Lust hat, Sand einzuatmen ;-), siehe Bild vom August 06:

Das war`s auch „schon“ mit meinem Spotbericht. Ich hoffe, die ein oder andere interessante Info war dabei und man sieht sich mal dort auf dem Wasser ;-) wer noch weitere Infos braucht (nur zu den Campings kann ich keine Tips geben)- den lade ich gerne ein, mir zu mailen... thomas@captainsurf.com

Beste Grüße und guten Wind,
Thomas („alias Tom“)